Menschenbilder
Mai 21st, 2010
… sind nicht nur theoretisch interessant, sondern auch von immenser praktischer Bedeutung. Im persönlichen Umgang wie in der Managementpraxis.
Und das nicht erst seit der Unterscheidung zwischen “Theorie X” und “Theorie Y”, den beiden Abkürzungen für den pessimistischen und menschenfeindlichen bzw. optimistischen und menschenfreundlichen Ansatz im Management, die der Amerikaner Douglas McGregor prägte.
Menschenbilder sind der bewusste oder unbewusste Motor jeglichen Verhaltens von Führungskräften. Als tiefsitzende Überzeugungen prägen sie die Interaktion zwischen Führungskräften und Mitarbeitern.
In der Literatur finden sich die unterschiedlichsten Menschenbilder eines der eindrucksvollsten zeichnet Shakespeare in seinem Hamlet:
Hamlet:
What a piece of work is a man, how noble in reason, how
infinite in faculties, in form and moving how express and
admirable, in action how like an angel, in apprehension how like a god! the beauty of the world, the paragon of animals—and yet,
to me, what is this quintessence of dust? [...]
Welch ein Meisterwerk ist der Mensch! Wie edel durch Vernunft! Wie unbegrenzt an Fähigkeiten! In Gestalt und Bewegung wie bedeutend und wunderwürdig! Im Handeln wie ähnlich einem Engel! Im Begreifen wie ähnlich einem Gott! Die Zierde der Welt! Das Vorbild der Lebendigen! Und doch, was ist mir diese Quintessenz von Staube?
Dazu passt auch Psalm 8:4-7:
Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst, und des Menschenkind, daß du sich seiner annimmst? Du hast ihn wenig niedriger gemacht denn Gott, und mit Ehre und Schmuck hast du ihn gekrönt. Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk; alles hast du unter seine Füße getan[:...]
10 neue Gurus, die es sich zu kennen lohnt
April 3rd, 2010
Gerade habe ich in der Süddeutschen Zeitung einen interessanten Verweis auf einen FORTUNE-Artikel entdeckt.
Darin werden die zehn wichtigsten “Gurus” vorgestellt.
Am spannendesten finde ich spontan Niko Canner. Seine Kernidee ist es, dass Unternehmen Wandel vermeiden oder sich (nur) auf Kosten ihrer Kernkompetenzen verändert.
Mehr über Canner findet man in seinem Blog http://humanenterpriseblog.com/
Mehr findet sich direkt in der Gallerie in der Online-Ausgabe von FORTUNE
Keine Allheilmittel …
August 14th, 2009
Das “Law of the instrument” wurde 1964 von Kaplan formuliert:
Es besagt: Gib einem kleinen Jungen einen Hammer und er wird meinen, dass alles was ihm begegnet, einen Schlag mit dem Hammer braucht.
Im Original: “Give a small boy a hammer, and he will find that everything he encounters needs pounding.”
Nach meiner Beobachtung erklärt dieses Gesetz auch elegant die verschiedenen betriebswirtschaftlichen Moden; auch hier werden Werkzeuge angepriesen (sehr selten ein Werkzeugkasten), die - oh Wunder - scheinbar überall und oft mechanisch angewendet werden.
Es erklärt auch die virusartige Ausbreitung von Begriffen wie “Coaching”. Es ist fast unmöglich eine Businesszeitschrift aufzuschlagen oder einem Gespräch zwischen Führungskräften zuzuhören, bei dem nicht das Wort “Coaching” fällt. Wobei alleine schon die Vielzahl der scheinbar sinnvollen Anwendungsbereich zeigt, dass von mitunter grundverschiedenen “Werkzeugen” die Rede ist.
Abhilfe verspricht nur eine konsequente Situationsbeschreibung (alias Analyse) die aufdeckt, was wirklich Not tut. Und eine angemessene Reaktion, die idealerweise nicht durch die Verfügbarkeit von Handlungsoptionen, sprich: den mehr oder weniger vollen Werkzeugkasten begrenzt wird.
Dazu braucht es aber eine alte Tugend: Die Demut.
Die Demut zu erkennen, dass das Werkzeug, das man hat (und hoffentlich beherrscht) alles richten kann.
Es gibt eben keine Allheilmittel …
Berufung
Mai 22nd, 2009
Das ist’s ja, was den Menschen zieret,
und dazu ward im der Verstand,
dass er im innern Herzen spüret,
was er erschafft mit seiner Hand.Friedrich Schiller, “Das Lied von der Glocke“
Entwicklung …
April 2nd, 2009
Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden …
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
Hermann Hesse
Inspiration
April 2nd, 2009
Die Flamme
Ob du tanzen gehst in Tand und Plunder,
Ob dein Herz sich wund in Sorgen müht,
Täglich neu erfährst du doch das Wunder,
Dass des Lebens Flamme in dir glüht.
Mancher lässt sie lodern und verprassen,
Trunken im verzückten Augenblick,
Andre geben sorglich und gelassen
Kind und Enkeln weiter ihr Geschick.
Doch verloren sind nur dessen Tage,
Den sein Weg durch dumpfe Dämmrung führt,
Der sich sättigt in des Tages Plage
Und des Lebens Flamme niemals spürt.
- Hesse
Wie sorge ich in meinem Umfeld für eine gute Entwicklung?
März 28th, 2009
What you focus on gets bigger - Worauf man sich konzentriert, das wächst.
Dieser Spruch liegt einer Methode zugrunde die schnelle und nachhaltige Veränderung ermöglichen soll: der Appreciative Inquiry oder wertschätzenden Erkundung.
Der besonder Wert dieser Methode liegt in zwei einfachen Leitgedanken:
- Jeder Mensch, jedes Team und jede Organisation hat ein ungeahnt großes Potenzial, das manchmal schon aufblitzt.
- Menschen und Organisationen entwickeln sich immer dorthin, worauf sie ihre Aufmerksamkeit richten
Damit wird auch deutlich, wie man im eigenen Umfeld eine “gute Entwicklung” anzettelt - indem man die Menschen dabei erwischt, wenn sie ihr ungeahntes Potenzial zeigen und indem man seine eigene Aufmerksamkeit auf die “guten Seiten” im eigenen Umfeld konzentriert.
Klingt leicht - ist es manchmal (und manchmal auch nicht).
Doch den Versuch ist es allemal wert.
Auf Umwegen zum Neuland
Januar 31st, 2009
Die Großen gehen zum Ziel auf graden Gleisen,
die Größten kommen ihm durch Irrtum nah:
Die wollen ganz verkehrt nach Indien reisen
und finden unterwegs Amerika
Ludwig Fulda (1862-1939)
Der Innere Garten - ein Lebensmosaik
Januar 19th, 2009
Das Mosaik des Lebens kann gelingen, wenn folgende wie in einem Garten regelmäßig und mit der entsprechenden Achtsamkeit gepflegt werden:
- Geist - Lebenssinn, Spiritualität, Religion, Glaube
- Gemeinschaft - Beziehungen und Familie
- Gesundheit - Körper, Seele und Finanzen
- Geschäft - Beruf, Arbeit, Lebensaufgabe, das Feld auf dem man seine Talente einbringt
Die Reihenfolge ist dabei nicht beliebig.
Das wird dann deutlich, wenn wir in einem oder mehreren Bereich “Rückschläge” oder Verluste erleiden.
Die Geschichte ist voll von Beispielen, wie Menschen die unglaublichsten Verluste in den Bereichen Geschäft, Gesundheit und Gemeinschaft erlitten haben und doch von einem tiefen Lebenssinn gehalten, nicht nur weiterleben konnten, sondern schließlich zu einem erfüllten Leben fanden.
Umgekehrt leben wir in einer Zeit in der zahllose beruflich erfolgreiche Menschen zuletzt vollkommen ausgebrannt einen burn-out erleiden und oft Gesundheit, Beziehungen und Lebensfreude, ja sogar den Lebenssinn oder zu allerletzt sogar das Leben selbst verlieren .
Vernetzung, Schleifen & Teufelskreise
Januar 9th, 2009
Aus meiner Kinderzeit
Vaterglückchen, Mutterschößchen,
Kinderstübchen, trautes Heim,
Knusperhexlein, Tante Rhös’chen
Kuchen schmeckt wie Fliegenleim.
Wenn ich in die Stube speie
Lacht mein Bruder wie ein Schwein
Wenn er lacht, haut meine Schwester,
Wenn sie haut, weint Mütterlein.
Wenn die weint, muß Vater fluchen.
Wenn er flucht, trinkt Tante Wein
Trinkt sie Wein, schenk sie mir Kuchen:
Wenn ich Kuchen kriege, muß ich spein.
Ringelnatz