Keine Allheilmittel …
August 14th, 2009
Das “Law of the instrument” wurde 1964 von Kaplan formuliert:
Es besagt: Gib einem kleinen Jungen einen Hammer und er wird meinen, dass alles was ihm begegnet, einen Schlag mit dem Hammer braucht.
Im Original: “Give a small boy a hammer, and he will find that everything he encounters needs pounding.”
Nach meiner Beobachtung erklärt dieses Gesetz auch elegant die verschiedenen betriebswirtschaftlichen Moden; auch hier werden Werkzeuge angepriesen (sehr selten ein Werkzeugkasten), die - oh Wunder - scheinbar überall und oft mechanisch angewendet werden.
Es erklärt auch die virusartige Ausbreitung von Begriffen wie “Coaching”. Es ist fast unmöglich eine Businesszeitschrift aufzuschlagen oder einem Gespräch zwischen Führungskräften zuzuhören, bei dem nicht das Wort “Coaching” fällt. Wobei alleine schon die Vielzahl der scheinbar sinnvollen Anwendungsbereich zeigt, dass von mitunter grundverschiedenen “Werkzeugen” die Rede ist.
Abhilfe verspricht nur eine konsequente Situationsbeschreibung (alias Analyse) die aufdeckt, was wirklich Not tut. Und eine angemessene Reaktion, die idealerweise nicht durch die Verfügbarkeit von Handlungsoptionen, sprich: den mehr oder weniger vollen Werkzeugkasten begrenzt wird.
Dazu braucht es aber eine alte Tugend: Die Demut.
Die Demut zu erkennen, dass das Werkzeug, das man hat (und hoffentlich beherrscht) alles richten kann.
Es gibt eben keine Allheilmittel …
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